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Die bittere Wahrheit über das Ehrenamt

Warum tun Menschen sich das an? Warum setzt man sich freiwillig in einen Beirat, ein Gremium, ein Ehrenamt - wissend, dass man dafür keinen Applaus bekommt, sondern eher Beschwerden, Erwartungen, Unterstellungen und eine ordentliche Portion Undankbarkeit?

Die ehrliche Antwort ist unbequem:
Weil irgendjemand den Drecksjob machen muss.

Die romantische Lüge vom Ehrenamt
Wir reden gern vom "Ehrenamt" als moralischer Hochglanzbegriff. Ehre. Verantwortung. Gemeinschaft. Klingt gut, verkauft sich gut, beruhigt das Gewissen derer, die nichts tun.

In Wahrheit ist Ehrenamt oft das Gegenteil:
Es ist die Übernahme von Aufgaben, die alle wichtig finden - aber niemand selbst erledigen will.
Beiräte, Ausschüsse, Vereine, Initiativen: Sie leben davon, dass ein paar wenige Menschen bereit sind, sich freiwillig in die Schusslinie zu stellen.

Wofür soll man sich engagieren?
Für die Sache? Für die Gemeinschaft? Für das gute Gefühl, etwas zu bewegen? Ja - theoretisch. Praktisch engagiert man sich, weil man es nicht erträgt, wie Dinge vor die Wand fahren. Weil man weiß: Wenn ich es nicht mache, macht es keiner. Oder schlimmer: Es macht jemand, der es nicht kann. Engagement ist selten Idealismus. Es ist oft Verzweiflungstat. Ein Akt der Selbstverteidigung gegen die eigene Ohnmacht. Die Realität: Kritik als Grundrauschen Wer sich engagiert, lernt schnell:

Kritik ist nicht die Ausnahme - sie ist der Normalzustand.
  Machst du etwas, ist es falsch.
  Machst du nichts, ist es auch falsch.
  Machst du es gut, war es selbstverständlich.
  Machst du es schlecht, war es vorhersehbar.

Und die, die am lautesten meckern, sind immer die, die selbst nie einen Finger rühren. Sie sitzen am Rand, werfen Popcorn und Kommentare, und halten sich für die besseren Menschen, weil sie "Fragen stellen".

Wie viel Meckerei muss man ertragen?
So viel, wie man aushält, ohne zynisch zu werden.
Oder anders gesagt: Gerade so viel, dass man noch nicht hinschmeißt.

Denn das ist der eigentliche Preis des Ehrenamts: Nicht die Zeit. Nicht die Arbeit. Nicht die Verantwortung.

Sondern die permanente Konfrontation mit Menschen, die alles besser wissen, aber nichts besser machen.

Warum also trotzdem?
Weil es am Ende doch einen Unterschied macht. Weil man abends ins Bett geht und weiß: Ich habe nicht nur geredet. Ich habe gehandelt.

Und weil man tief im Inneren spürt:
Eine Gesellschaft, in der niemand mehr Ehrenamt macht,
ist eine Gesellschaft, die sich selbst aufgibt.


Vielleicht ist das der wahre Kern des Engagements:
  Nicht Ehre.
  Nicht Anerkennung.
  Nicht Idealismus.

Sondern der stille, unbequeme, zähe Wille, dass die Dinge nicht schlechter werden, nur weil alle anderen wegschauen.





Quelle: albert46 mit digitaler Begleitung / 14. Juni 2026


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